Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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weigerte Avignon ſeine Unterwerfung unter den König von Frankreich. Eines Morgens erſchien jedoch Lud⸗ wig VIII., der es viel einfacher fand, einen Kreuz⸗ zug nach Avignon zu unternehmen, wie es Simon von Montfort gethan, als nach Jeruſalem zu ziehen, wie Philipp Auguſt, eines Morgens, ſagen wir, er⸗ ſchien Ludwig VIII. vor den Thoren von Avignon und verlangte, die Lanze eingelegt, den Helm auf dem Kopfe, mit flatternden Bannern und ſchmettern⸗ den Kriegstrompeten, Einlaß.

Die Bürger verweigerten ihn; ſie boten dem König von Frankreich als äußerſte Conceſſion den friedlichen Einlaß an, wenn er das Haupt entblößen, die Lanze im Bügel halten und nur das königliche Banner entfalten wolle. Der König begann die Blocade; dieſe Blocade dauerte drei Monate, während welcher, ſagt der Chroniſt, die Bürger von Avignon den fran⸗ zöſiſchen Soldaten Pfeil mit Pfeil, Wunde mit Wunde, Tod mit Tod bezahlten.

Die Stadt capitulirte endlich. Ludwig VMII. führte in ſeiner Armee den Cardinallegaten Romain de St. Ange mit ſich; dieſer dictirte die Bedingungen, ächte Prieſterbedingungen, hart und abſolut.

Die Bewohner von Avignon wurden dazu ver⸗ urtheilt, ihre Bollwerke zu demoliren, ihre Gräben auszufüllen, dreihundert Thürme niederzureißen, ihre Schiffe auszuliefern und ihre Kriegsmaſchinen zu verbrennen. Sie mußten außerdem eine ungeheure Contribution bezahlen, die Waldenſer Ketzerei ab⸗ ſchwören und in Paläſtina dreißig Bewaffnete voll⸗ ſtändig equipirt unterhalten, um zur Befreiung des heiligen Grabes mitzuwirken. Um endlich die Voll⸗