Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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dem Orte, wo die erſte Scene des neuen Buches ſpielt, das wir dem Publikum übergeben.

Vielleicht iſt es gut, ehe man liest, was wir davon ſagen, einen Blick auf das zu werfen, was ſein nationaler Geſchichtſchreiber, Frangois Nouguier, davon ſagt.

Avignon, ſagt er,eine edle Stadt durch ihr Alter, angenehm durch ihre Lage, ſtolz durch ihre Mauern, lachend durch die Fruchtbarkeit ihrer Län⸗ dereien, reizend durch den ſanften Charakter ihrer Einwohner, prachtvoll durch ihren Palaſt, ſchön durch ihre großen Straßen, bewundernswerth durch die Bauart ihrer Brücke, reich durch ihren Handel und bekannt in der ganzen Welt.

Der Schatten Frangois Nouguiers möge uns

verzeihen, wenn wir ſeine Vaterſtadt nicht mit ganz

denſelben Augen anſehen.

Die, welche Avignon kennen, werden entſcheiden, wer ſie richtiger geſchildert, der Hiſtoriker oder der Romanſchreiber.

Die Gerechtigkeit erfordert vor allem feſtzuſtellen, daß Avignon eine ganz beſondere Stadt iſt, das heißt die Stadt der ertremſten Leidenſchaften; die Epoche reli⸗ giöſer Kämpfe, die in ihr den politiſchen Haß ent⸗ zündet, gehört dem 12. Jahrhundert an; die Thäler des Ventour bargen nach ſeiner Flucht aus Lyon Pierre de Vaux und ſeine Waldenſer, die Vorfahren jener Proteſtanten, welche unter dem Namen Albi⸗ genſer den Grafen von Toulouſe viele Verfolgung zuzogen und die ſieben Schlöſſer, welche Raimund W. in Languedoc beſaß, dem Papſte eintrugen.

Als mächtige, von Podeſtas regierte Republik ver⸗