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dem Mücklein möchte er Maul und Flügel verbin⸗ den, damit nichts ſumſe. Um ſo mehr iſt ihm der geſchäftige Wirth fatal, der den beſtellten Wein gerade jetzt im wichtigſten höchſten Moment her⸗ beiträgt. Ausſicht in einen Laubgang, den glän⸗ zende Streiflichter durchbrechen. Dort hält ein Reiter; aus der Lokanda wird ihm ein friſcher Trunk auf's Pferd gereicht.
Vor dieſem Bilde ſtanden die beiden Freunde Eduard und Theodor.„Je mehr ich, ſprach Eduard, dieſe zwar etwas ältliche, aber wahrhaft virtuoſiſch begei⸗ ſterte Sängerin in ihren bunten Kleidern anſchaue, je⸗ mehr ich mich an dem ernſten ächt römiſchen Profil, an dem ſchönen Körperbau der Chitarrſpielerin er⸗ götze, jemehr mich der höchſt vortreffliche Abbate beluſtigt, deſto freier und ſtärker tritt mir das Ganze ins wirkliche rege Leben. Es iſt offenbar karrikirt im höhern Sinn, aber voll Heiterkeit und Anmuth! Ich möchte nur gleich hineinſteigen in die Laube, und eine von den allerliebſten Korb⸗ flaſchen öffnen, die mich dort vom Tiſche herab an⸗ lächeln, Wahrhaftig, mir iſt es, als ſpüre ich ſchon etwas von dem ſüßen Duft des edeln Weins. Nein, dieſe Anregung darf nicht verhauchen in der kalten nüchternen Luft, die uns hier umweht. Dem herrlichen Bilde, der Kunſt, dem heitern Italia, wo hoch die Lebensluſt aufglüht, zu Ehren, laß


