Teil eines Werkes 
Erster Theil (1855)
Entstehung
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Ich haſſe nichts ſo ſehr wie die gemeine Gefallſucht der Frauen. Worauf gruͤndet ſich Ihre Beſchuldigung? Ich verlange und erwarte, daß Sie mir die Wahr⸗ heit ſagen.

Sie ſoll Ihnen werden, ſagte Georg mit einer Ruhe, welche ihr imponirte. Die ganze Wahrheit ſollen Sie von mir erfahren, nicht weil Sie dieſelbe ungeſtuͤm von mir verlangen, ſondern weil ich damit einer heiligen Pflicht genuͤge. Der Zufall hat uns wunderbar zuſammengefuͤhrt, doch der Zufall iſt ja haͤufig nur das Incognito der Vorſehung, ein Weg den ſie einſchlaͤgt, um uns zu leiten und ans Ziel zu fuͤhren. Verzeihen Sie mir dieſe Abſchweifung und werden Sie nicht ungeduldig uͤber das, was ich Ihnen zu ſagen gedenke. Ja, ich habe Sie fuͤr kokett gehalten, doch von dieſer Meinung bin ich laͤngſt zu⸗ rückgekommen. Waͤren Sie nur kokett, ſo koͤnnten Sie wie viele Frauen gluͤcklich ſein, das aber ſind Sie nicht.

Adolphine ſah ihn betroffen an. Unmerklich zuckte ſie bei ſeinen Worten zuſammen.

Was hat mein Gluͤck mit unſerer Angelegen⸗ heit zu thun? fragte ſie trotzig.

Mehr als Sie ahnen. Der arme Ferdinand leidet, weil Sie ihn als ein Spielwerk betrachteten,