Teil eines Werkes 
4. bis 6. Bändchen (1845)
Entstehung
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mit geſuchter Einfachheit und trug ei

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Auflaufe vergrößert, und ſobald ſich der Doktor in Bewegung ſetzte, fingen ſie an, ihm zu folgen, ohne beſtimmt zu wiſſen, warum oder wohin. Aber ein Londoner Pöbel beſitzt eine unerſchöpfliche Neugierde und läßt ſich von keiner Mühe oder Gefahr abſchrecken, dieſelbe zu befriedigen. Blood und Mervyn, deren Neugierde ebenfalls ſehr aufgeregt worden war, miſch⸗ ten ſich unter die Menge und es gelang ihnen, ſich in die Gerichtshalle zu drängen.

Sir Edmundbury Godfrey, über deſſen Namen es verhängt war, ſo traurig in den Ohren der Nachwelt fortzutönen, war eine der beliebteſten obrigkeitlichen Perſonen des Tages, und der einzige, deſſen gearg⸗ wohnte Hinneigung zum Pabſtthum von dem Volke ver⸗ ziehen wurde, aus Rückſicht für die unerbittliche Strenge, mit welcher er die Geſetze gegen die Papiſten hand⸗ habte. Er war ein Mann von ſonderbaren Gewohn⸗ heiten, aber von großem Muthe und unbezweifelter Redlichkeit. Er beinahe allein von allen öffentlichen Beamten, blieb während des durch die Peſt verurſach⸗ ten Schreckens in der kranken Stadt zurück und erhielt durch ſeine kraftvolle Strenge die Ordnung in ſeinem ausgedehnten und verzweiflungsvollen Bezirken Für dieſe Dienſte wurde er von Karl zum Ritter geſchlagen und blieb, trotz ſeines harten, melancholiſchen Tempe⸗ ramentes der Liebling des Volkes während aller Wech⸗ ſetfälle jenes verhängnißvollen Zeitraumes mittelſt der⸗ ſelben unbeugſamen Eigenſchaften, die ihm zuerſt die öffentliche Gunſt verſchafft hatten.

Sire Edmundbury hatte ein auffallendes Ausſehen und ſein Charakter war in ſeinem ganzen Aeußern ausgedrückt. Er war groß, von dunkler Geſichtsfarbe und ſtarken Zügen, aber ſein hoher Wuchs war durch eine gebückte Haltung beeinträchtigt und in ſeinen nie⸗ dergezogenen Lippen und in ſeiner gerunzelten Stirne lag etwas Strenges und Trauriges. Er kleidete ſich nen breiten Hut