Teil eines Werkes 
4. Band (1852) Feine Welt : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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*— JIch glaube doch den Kreis damit bezeich⸗ net zu haben, in dem uns unſere Geburt, Stellung, und zum Theil auch unſere Neigung zu leben zwingt.—

— Nun, das läßt ſich eher hören,— brummte der Juſtizrath.— Aber wer gehört zu jenem Kreiſe? Ihre Familie, die gewiß für Ihr Leben zittert, wenn Sie daſſelbe der Kugel eines kalt⸗ blütigen Ungeheuers preis geben? Ihre Freunde, die Ihren Tod als ein entſetzliches Unglück bewei⸗ nen müßten und die Indifferenten, deren Gefühle und Meinungen Ihnen gleichgültig ſein können?—

— Das iſt der Punkt,— ſagte Oskar mit wehmüthigem Lächeln.— Auf dieſe Leute kommt es eben an. Von ihnen hängt unſer Ruf und unſere Stellung ab.—

— Thorheit! Dieſer Menge zu lieb, ſein Le⸗ ben auf das Spiel zu ſetzen.—

— Und dann, hat der Beleidigte nicht ein Recht, Genugthuung zu fordern?—

— Die giebt ihm das Geſetz.—

— Dieſes iſt in den meiſten Fällen unzuläng⸗ lich. Der Richter kann nur die groben Vergehen, aber nicht die feinen Kränkungen, die individuellen