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Erinnerung an ihre alte Jugendliebe, aber ſie hatte heute keine Luſt, dieſelbe von neuem zu er⸗ zählen, ſondern ging ſchweigend neben ihrer jungen Freundin her. Adele drang nicht mehr in ſte. Ein neuer Gegenſtand hatte ihre Aufmerkſamkeit erregt.
Mitten in der knospenden ergrünenden Früh⸗ lingswelt ſtand ein einzig dürrer Baum, der gänz⸗ lich abgeſtorben ſchien. Wie ein Bettler, ſtreckte er die dürren grauen Aeſte, ſeine abgemagerten Arme den Vorübergehenden entgegen. Die Rinde war geborſten und hing wie zerfetzte Lumpen um den ſchlanken Stamm. Kein Blättchen, kein friſches grünes Laub ſchmückte den Verſtoßenen. Der Frühling war an ihm vorübergegangen ohne eine milde Gabe für den Unglücklichen. Der Baum ſah recht krank und elend aus, ſo daß Adele ein inniges Mitleid mit ihm empfand.
— Ach, ſehen Sie nur, liebe Ahrens!— rief ſie laut.— Wie traurig der Baum daſteht, mir thut's ordentlich leid um ihn.—
— Man hiütte ihn längſt umhauen ſollen,— ſagte die praktiſche Frau.
— Aber vielleicht erholt er ſich noch, vielleicht Ring, Stadtgeſchichten. IV,. 3


