frommen Mann in meiner Nähe haben, ei⸗ nen guten und gerechten Menſchen, der ſein Gebet mit dem meinigen vereint. Beten Sie mit mir.—
Während Bernhard ſprach, konnte ſein Bru⸗ der nicht das laute Schluchzen unterdrücken. Es war ein furchtbares Schauſpiel, den harten Wu⸗ cherer weinen zu ſehen.
— Geh hinaus Samuel,— ſagte der Kranke, — und laß mich mit dem guten Lazarus allein. Geh hinaus, ich bitte dich.—
Es lag in dieſem Wunſche eine unausſprech⸗
liche Zärtlichkeit gegen den troſtloſen Bruder,
welchem der Leidende den Anblick des ſchmerzlichen Seelenkampfes zu erſparen wünſchte.
Samuel ging und ließ die Beiden allein.
Sie ſagten die Sterbegebete, die Bußlieder auf dem Todtenbette gläubiger Juden.
Lazarus ſprach die Worte laut vor, welche der Kranke leiſer nachflüſterte.
— Ich habe geſündigt,— betete der Makler tief ergriffen.
— Ich habe geſündigt,— wiederholte der Wucherer voll inniger Reue und ſchlug mit der


