Teil eines Werkes 
3. Band (1852) An der Börse : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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die dämoniſche Leidenſchaft für das bloße Börſen⸗ ſpiel, für dies Schwanken, Neigen, Steigen und Fallen, das einen unwiderſtehlichen Zauber auf den ſonſt ſo nüchternen und kalten Mann ausübte. Blind und mit geſchloſſenen Augen eilte er dem Verderben entgegen und verſchwieg ſich ſelbſt den Umfang ſeines Ruins, ſo wie er denſelben mit der höchſten Anſtrengung den Augen der Welt zu verbergen ſuchte. Auch der heutige Verluſt, wel⸗ cher der bedeutendſte war, den er bisher erlitten, vermochte ihn nur auf kurze Zeit tiefer zu erſchüt⸗ tern. Allerdings hatte er an der Börſe die ganze Stufenleiter, von der ſchwankenden Sproſſe der Hoffnung bis zur ehernen Staffel der Verzweiflung, erklommen, und ſchaute einen Augenblick in den gähnenden Abgrund nieder, der ihn zu verſchlingen drohte. Er hatte all diefe Gefühle in jenen ſchreck⸗ lichen Momenten durchlebt und mit einer Kraft, welche einer beſſern Sache würdig war, muthig vor der Welt ertragen. Aber vor ſich ſelber durfte er wenigſtens offen ſeinen Verluſt eingeſtehn, doch er that es nicht. Er rechnete auf die Hülfsmittel, welche ihm noch immer zu Gebote ſtanden. Lebte nicht der Oheim, deſſen bedeutendes Vermögen er