Teil eines Werkes 
3. Band (1852) An der Börse : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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Indeſſen überlegte der Bankier ſeine Lage und berechnete den heutigen Verluſt. Er konnte ſich nicht verſchweigen, daß derſelbe bedeutend war, größer als ihn die Welt wohl ſchätzen mochte, die ſonſt bei ähnlichen Gelegenheiten eher zu viel als zu wenig anzunehmen pflegt. Die Differenzen, welche er an Gebrüder Roſenberg zu zahlen hatte, waren nicht die einzigen, noch andere und ſogar höhere Summen gingen verloren, von denen Niemand eine Ahnung haben konnte. Herr Werth war ſeit Jah⸗ ren ein Anderer geworden, nicht mehr der ſolide Kaufmann, nicht einmal der kühne Spekulant, ſon⸗ dern der verwegene Spieler, welcher ſein Vermögen, ſeine Ehre und das Glück ſeiner Familie auf eine Karte ſetzt. Es lag für ihn ein geheimnißvoller Reiz in dieſem Wagen und Hoffen, in dieſem Zit⸗ tern und Zweifeln. Die damit verbundene Auf⸗ regung war ihm zum Bedurfniß geworden, wie dem Trinker das Gift, welches ſeinen Körper zer⸗ rüttet.

Das Glück hatte bisher ihn weder ausſchließ⸗ lich begünſtigt, noch gänzlich verlaſſen. Er hätte ſogar mit dem Gewinn ſein Haus auf einem an⸗ ſtändigen Fuße ſtets erhalten können, aber ſeine