Teil eines Werkes 
3. Band (1852) An der Börse : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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die Geſichter wurden länger und länger, die Her⸗ zen pochten lauter und lauter. Die Börſe hatte ein hippokratiſches Anſehn gewonnen.

Die Vorſichtigen zogen ſich jetzt gänzlich zu⸗ rück, die Verzweifelten ſuchten durch allerlei Ma⸗ növer die Kourſe, welche mit reißender Geſchwin⸗ digkeit ſanken, noch zu halten. Alle ihre An⸗ ſtrengungen waren aber vergeblich. Das verlorene Vertrauen kehrte nicht wieder, und das Verderben nahm jetzt ungehindert ſeinen Lauf.

Herr Samuel Roſenberg lächelte wie ge⸗ wöhnlich.

— Heut regnet es Ohrfeigen,— ſagte er zu dem alten Lazarus, indem er ſich vergnügt die Hände rieb. Das Haus Werth bekommt auch etwas ab.—

— Die können es noch aushalten,— erwie⸗ derte der Makler, welcher trotz ſeiner perſönlichen Abneigung gegen Herrn Werth die frühere Anhäng⸗ lichkeit an die ehrenwerthe Firma bewahrt hatte.

— Meinen Sie?— rief der Wucherer mit einem Blick, der dem alten Lazarus das Blut in den Adern gerinnen ließ.— Nun das iſt mir lieb. Wir haben auch ein kleines Geſchäftchen