Teil eines Werkes 
3. Band (1852) An der Börse : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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an den äußerſten Gränzen der Nachgiebigſeit ange⸗ langt. Bisher hatte die Börſe ſich von dieſen Ereigniſſen wenig oder gar nicht beirren laſſen, ſte glaubte nicht an Krieg. Aber mit jedem Tage trübten ſich die Ausſichten auf Erhaltung des Friedens. Gutunterichtete behaupteten, daß die Armee mobil gemacht werden dürfte. Dieſe Nach⸗ richt zirkulirte ſeit dem frühen Morgen in der Stadt und an der Börſe.

Noch zweifelte die Mehrzahl an der Ausfüh⸗ rung dieſer Maßregel, ahber das bloße Gerücht ge⸗ wann von Stunde zu Stunde an Sicherheit. Die Kourſe begannen zu ſchwanken, die Furchtſamen drängten ſich mit ihren Effekten zu Verkauf. Die ſchwüle Windſtille, welche bisher an der Börſe ge⸗ herrſcht hatte, machte einer ſich ſteigernden Bewe⸗ gung Platz.

Herr Werth hatte ſeinen gewohnten Platz ein⸗ genommen und ſah anſcheinend ruhig auf das Ge⸗ tümmel, welches um ihn herrſchte. Er glaubte nicht an das Gerücht, hatte ihm doch der Baron die feſte Verſicherung gegeben, daß Preußen alles Mögliche aufbieten würde, um den Frieden zu er⸗ halten. Herr Samuel Roſenberg ſchien dagegen