Teil eines Werkes 
2. Band (1852) Die Chambregarnisten : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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nicht mitmachen und nicht ſo oft in die Oper gehn. Allmälig verſchwand ſie auch aus der Geſellſchaft. Während des Trauerjahres konnte man ſie Anſtands halber nicht einladen, und als daſſelbe vergangen war, hatte man die gute Frau gänzlich vergeſſen.

Unter dieſen Verhältniſſen wurde ihre Stim⸗ mung immer bitterer. Da ſie nicht mehr in die Welt ging, ſo hatte ſie auch nicht nöthig, den äußeren Schein zu beobachten. Sie warf die Larve der Sanftmuth und Gutmüthigkeit gänzlich ab und erſchien in ihrer wahren Geſtalt vor Klara. Dieſe litt unendlich. Der Tod des Vaters hatte jedes andere Gefühl verdrängt, trotz aller ſeiner Schwächen hatte ſie ihn unendlich geliebt, und jetzt war in ihm ihr Alles, Alles abgeſtorben. Um ſein An⸗ denken zu ehren, ertrug ſie die Launen und die täglich ſich wiederholenden Qualen ihrer Stiefmutter mit himmliſcher Geduld. Doch länger vermochte die arme Unglückliche nicht, ihr Schickſal zu er⸗ dulden. Halb freiwillig, halb gezwungen verließ ſie das elterliche Haus.

Von vielen Seiten wurden dem holden Mäd⸗ chen jetzt Anerbietungen gemacht; auch Joſephine trug der Freundin auf das Edelmüthigſte ihre Hülfe an,

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