Teil eines Werkes 
1. Band (1852) Christkind-Agnes : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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ſah ihn mit den thränenfeuchten Augen mahnend an; doch die Erinnerung an das unglückliche Mädchen vermehrte ſeine tolle Freude nur, und bei dem Gedächtniſſe an die Arme ſtieß er ein lautes, ſchadenfrohes Gelächter aus.

Indeſſen eilte die Vergeltung ſchnell. Der Blinde wartete voll Bangigkeit. Endlich nahte ſich ihm ein Menſch. Deutlich vernahm er einen Männertritt. Er horchte. Seine ganze Seele lag in ſeinem Ohr. Er prüfte und beurtheilte den Gang. Das war nicht der ſchleichende Fuß des Burſchen, ſondern ein feſtes, entſchiedenes Auf⸗ treten, das einen ehrlichen Menſchen bezeichnete. Sein Vertrauen wuchs. Immer näher kam der Schall. Der Blinde machte ein Geräuſch.

Wer da? fragte Karl, der in Gedanken über den Hausflur ging.

Gelobt ſei Gott! jauchzte der Blinde Er hat ſeinen Engel mir geſchickt. Schnell, ehe es zu ſpät iſt. Um Himmelswillen eilen Sie, helfen Sie. Das gute Kind iſt ja unſchuldig und rein wie eine Heilige!

Dieſe Worte wurden ſo heftig und abgebro⸗ chen aus der vollen Bruſt hervorgeſtoßen, daß Karl