An
Herrn und Frau Crelinger.
Als ich noch ein Knabe war, raufte ich mir eine Handvoll wilder BZlumen am Feldrain und gab ſie den Leuten, die ich von Herzen lieb hatte. Dabei dachte ich in meiner Einfalt, daß ich ihnen eine rechte Freude gemacht und einen großen Schatz geſchenkt hätte. Ich bin älter geworden und habe den Werth der Dinge kennen gelernt. Dennoch pflückte ich wieder einen ſolchen wilden Strauß, den ich Ihnen, den beſten und edelſten Menſchen, heute darreiche, weil auch ich ehren will, was alle Welt ehrt, den trefflichen Mann, die herrliche Frau und berühmte Künſtlerin. Ich weiß, daß mein Strauß ſchnell verwelltt und verweht. Lächeln Sie nicht über meinen kindiſchen Einfall, ſondern denken Sie, daß der Mann wie der Knabe ſeine Blumen den Leuten ſchenkt, die er von ganzem Herzen lieb hat.
Max Ring.
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