Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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Umfange. Dieſe waren meiſt bewohnt und angebaut, je nach ihrer Größe bald nur Raum für wenige Hütten, bald den hinlänglichen Platz für anſehnliche und wohlha⸗ bende Dörfer bietend, die vermöge ihrer eigenthümlichen Beſchaffenheit unwillkürlich an die ſeltſame Bauart von Venedig erinnerten. Wie die Tochter des Meeres aus den Lagunen emportaucht, ſo ſtiegen auch jene Ortſchaften aus dem Waſſer auf, durchſchnitten von einem ähnlichen Ge⸗ wirre ſich ſeltſam kreuzender Kanäle und Fluthrinnen. Fehlten auch hier die ſtolzen Paläſte von Marmor, die herrlichen Kirchen und prächtigen Brücken, ſo erfreute ſich dafür das Auge an dem friſchen Grün der gewaltigen Ei⸗ chen und Buchen, welche natürliche Dome bildeten, an den ſmaragdenen Raſen der Wieſen und dem goldnen Segen der fruchtbaren Felder. Die einzelnen Häuſer und umfangreiche Gehöfte mit ihren Ställen und Scheunen ruhten meiſt wie in Venedig auf mächtigen Holzpfählen, da der waſſerreiche Boden dieſe Bauart forderte; hier wie dort gab es ſo gut wie keine Straßen, welche durch die Kanäle erſetzt wurden; dort wie hier konnte man vom Nachbar zu Nachbar häufig nur zu Kahn gelangen. Auf dieſem Wege wurde das Holz aus dem Walde, das Ge⸗ treide von den Feldern eingebracht; ſelbſt die Todten wurden nach dem Kirchſpiel der zerſtreuten Gemeinde auf dem Waſſer zur letzten Ruheſtätte geleitet.