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mich. Ich thue meine Pflicht und fürchte mich nicht vor den Intriguen einer Schenkel.“
„Stolz lieb' ich meine Spanier,“ entgegnete der bekümmerte Souffleur;„aber diesmal iſt Ihr Stolz nicht am rechten Orte. Wer wie ich ſo viele Jahre beim Theater iſt, weiß, was ein eitler Schauſpieler gegen einen Nebenbuhler zu thun im Stande iſt. Der Beſte verkauft darum dreimal ſeine Ehre und Seligkeit. Nehmen Sie ſich in Acht und glauben Sie einem erfahrenen Manne, der von ſeinem Loch aus Alles ſieht und hört. Ich habe eine feine Naſe und rieche eine Theaterintrigue auf tau⸗ ſend Schritte. Um des Himmels Willen folgen Sie heute meinem Rath, melden Sie ſich krank. Thuen Sie, was Sie wollen, nur treten Sie nicht an dieſem Abend auf.“
Die Beſorgniſſe des alten treuen Freundes ſchienen auf Martha einigen Eindruck zu machen; ſie überlegte und ſchwankte, welchen Entſchluß ſie faſſen ſollte. Aber der Gedanke, einer Nebenbuhlerin zu weichen, ſich durch übertriebene Aengſtlichkeit lächerlich zu machen, hinderte ſie den wohlgemeinten Rath des Souffleurs zu befolgen. Ihrer Wahrheitsliebe widerſtrebte es, ſich durch eine Lüge zu entſchuldigen und ohne nachweisbaren Grund die bereits angeſetzte Vorſtellung zu ſtören.
„Ich bin auf Alles gefaßt und werde die Jungfrau ſpielen,“ ſagte ſie mit der ihr eigenen Entſchiedenheit.


