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den es durch eigene oder fremde Schuld verlor; manche in gewöhnlich bürgerlichen Verhältniſſen ungenutzte Kraft ſo einen angemeſſenen Wirkungskreis gewonnen, der ſie unter andern Umſtänden und in einer andern Sphäre nicht ſich zu erwerben wußte.
So war auch an dieſem Morgen ein junges Mäd⸗ chen, augenſcheinlich den beſſeren Ständen angehörig, durch die klöſterliche Pforte eingetreten mit der Abſicht, ihre Aufnahme in die Diakoniſſen⸗Anſtalt Gethſemane von der Oberin derſelben zu erbitten. Ein ſolch ernſter Ent⸗ ſchluß konnte in dieſem Alter nur die Folge einer Reihe trauriger Erlebniſſe und Heimſuchungen ſein, von denen die angehende Novize in jüngſter Zeit betroffen war, da ihre Jugend ſowohl wie ihr ganzes Ausſehen einem Schritte widerſtrebten, der von einer in dieſem Alter ſonſt nur ſeltenen Frömmigkeit und Entſagung zeugte.
Lagerte auch gegenwärtig eine düſtere Schwermuth über das ſchöne, oder vielmehr intereſſante Geſicht, deckte auch eine auffallende Bläſſe die wohlgeformten Wangen; ſo verrieth ſich doch in den anmuthigen Zügen, dem üppi⸗ gen Mund wie zum ſchwellenden Kuße gebildet, den dunklen, in ſchwüler Gluth dann und wann aufblitzenden Augen eine nur gleichſam unterdrückte, vielleicht durch die vorangegangenen Schickſalsſchläge nur noch betäubte Lebensluſt.


