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kehrte, ſo durfte er verſichert ſein, daß Roſa noch auf den Bei⸗ nen war und ihn erwartete, ordentlich erpicht darauf, nur noch einige Augenblicke ſeine Unterhaltung zu genießen und auf die Schilderung der Abenteuer und Erlebniſſe des verbrachten Abends zu lauſchen. Dies war der einzige Punkt, worin ſie ihrem eigenen Willen folgte und für alle ſeine Gegenvorſtel⸗ lungen taub blieb. Und weil Herbert ſich erinnerte, wer für ihn wachte und wartete, hatte er lange Zeit ſo viel Selbſtbe⸗ herrſchung und Entſagung bewahrt, daß er den Ball gerade dann verließ, wenn er am glänzendſten und fröhlichſten war, damit nicht der grauende Morgen ſeine Frau noch auf ſeine Rückkehr harrend finden ſollte. Endlich aber fand er dieſe Be⸗ ſchränkung und dieſen Zwang beinahe langweilig und läſtig, und einige Male, wenn er den Verſuchungen eines verlängerten Soupers oder irgend einer angenehmen Tänzerin im Cotillon nicht zu widerſtehen verſucht hatte, machte es ihn beinahe zor⸗ nig, daß er einen wohlbekannten Schritt, wenn auch nicht mehr ſo elaſtiſch wie vordem, nach der Hausthüre eilen hörte, um auf ſein Anläuten zu antworten, und daß er dann einem blaſ⸗ ſen, ängſtlichen Geſichte begegnete, welches ihm ſtumme Vor⸗ würfe über ſeine verſpätete Heimkehr zu machen ſchien.
„Wie lächerlich iſt es von Dir, Roſa, daß Du mich ſelbſt einläſſeſt? Warum willſt Du denn darauf beſtehen, ſo lange ſitzen zu bleiben und Deine Kraft zu erſchöpfen?“ fragte er ſie eines Abends.
„O, ich bin nicht müde,“ war die Antwort;„nur bliebſt Du heute um ſo viel länger aus, daß ich um Deinetwillen in Sorge war, und....“
„Was kann ich dafür, daß es ſo ſpät iſt? Du weißſt, mein Kind, daß ich mir eine Stellung erwerben, nützliche Ver⸗
Mylius, Für Frauenhand. I. 23


