ſcher Sitten und Denkungsart, und außerordentliche Neigung und Anlage zur Muſik. In Maͤhren un⸗ terſcheidet man beſonders 3 flaviſche Voͤlkerſchaften: die Slowaken, Wallachen und Hannaken. Der Adel iſt in allen dieſen Laͤndern aͤußerſt beguͤtert; der Bauernſtand dagegen lebt, ohngeachtet der uUnter Jo⸗ ſeph II. aufgehobenen Lelbeigenſchaft, unter hartem Drucke.— An Schulen fuͤr den gelehrten und Volks⸗ Unterricht iſt kein Mangel; doch koöͤnnte in den letz: tern die Methode beſſer ſeyn. Indeß zeichnen ſich die zahlreich vorhandenen Induſtries Schulen durch eine zweckmaͤßige Einrichtung an6.
7) Religion. Herrſchend iſt uͤberall die katho⸗ liſche; doch werden auch Inden(in Boͤhmen an 50,000) geduldet, und ſeit dem Toleranz⸗Edikt 1781 haben nicht nur Lutheraner und Reformirte, ſondern auch Huſſiten und Deiſten, die ſich indeß zu einer proteſtantiſchen Konfeſſion bekennen muͤſſen, nebſt ei⸗ nigen nicht unirten Griechen(ſaͤmmtlich unter dem Namen Akatholtken begriffen) freye Reltgionsuͤbung.
8) Regierung. Das Haus Oeſtreich beherrſcht dieſe Laͤnder unumſchraͤnkt monarchiſch und erblich, obgleich die vorhandenen Landſtaͤnde noch einige Rechte haben. Die hoͤchſten Landeskollegten ſind: das Lan⸗ des Gubernium uͤber Boͤhmen, an deſſen Spiitze der Oberſt⸗Burggraf als Praͤſtdent ſteht; und ein ande: res uͤber Maͤhren und Schleſien mit einem koͤnigli⸗
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