314 in dem groͤßten Theile der herzoglich ſächſiſchen, anhal⸗ tiſchen und ſchwarzburgiſchen Laͤnder, wo man dem oͤf⸗
fentlichen Unterrichte eine thaͤtige und weiſe Auſmerk⸗ ſamkeit ſchenkt.— Gewoͤhnlich haͤlt man den meißni⸗
ſchen Dialekt, woraus die hochdeutſche Bücherſprache
entſtanden iſt, fuͤr den beſten Provinzial⸗Dtalekt in Deutſchland.— Auch die Mark Brandenburg iſt, und wird immer mehr der Sitz wahrer Geiſtesbildung, zu deren Befoͤrderung verſchiedene muſterhafte Anſtalten vorhanden ſind. Weniger gut iſt, einiger vortrefflichen Landſchulen(z. B. der zu Rekahn) ohngeachtet, der Unterricht des gemeinen Mannes auf dem Lande, wel⸗ ches auch insbeſondere in Pommern der Fall iſt, wo die niedern Volksklaſſen zwar das Lob der Treue und Ehrlichkeit, aber zugleich nur einen geringen Grad von Kultur haben. Indeß darf man ſich von dem liberalen Geiſte der jetzigen preußiſchen Regierung, welche alles beguͤnſtigt, was dahin abzweckt, das Volk ſittlich beſ⸗ ſer und dadurch gluͤcklicher zu machen, eine allmaͤhlige Abſtellung der bemerkten Mange mit Gewiſßheir ver⸗ ſprechen. 3
7) Religion. Faſt alle Betvohner des oberſaͤch⸗ ſiſchen Kreiſes bekennen ſich zur lutheriſchen Religion; doch iſt beſonders in der Mark Brandenburg(wo es viele franzoͤſiſche Fluͤchtlinge oder ſogenannte Hugenot⸗ ten giebt), im Anhaltiſchen, in der Grafſchaft Hohn⸗
ſtein, an einigen Orten in Pommern, ein guter Theil
(nebſt dem koͤniglich preußiſchen Hauſe) reformirt. Ka: tholiken giebt es hin und wieder in Pommern, der


