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hunderts nahm der Staat eine demokratiſche Regie:
rungsform an; allein etwas uͤber 100 Jahr nachher wußte ſich der Adel die hoͤchſte Gewalt zu verſchaffen,
und dem Volke ſeine bisherigen Nechte zu entreißen. Mittlerweile hatte ſich, vorzuͤglich waͤhrend der Kreuz⸗ zuͤge, die Handlung und Macht der Venetianer un⸗ gemein ausgebreitet; ſie erwarben ſich nicht allein auf dem feſten Lande von Italien wichtige Beſitzungen, ſondern machten auch Eroberungen in Iſtrien und Dalmatien; fuͤhrten mit den auf ihre Groͤße eifer⸗ ſuͤchtigen Genueſern gluͤckliche Kriege u. ſ. w. Aber
durch die Entdeckung eines bis dahin unbekannten
Weges nach Oſtindien, um die ſuͤdliche Spitze von
Afrika herum, und die beynahe zu gleicher Zeit ge⸗ machte Entdeckung von Amerika, erlitt ihr Handel den
empfindlichſten Stoß; und ſeit dem ſechzehnten Jahr⸗ hundert ſank ihre Macht immer mehr.— Die in dem franzoͤſiſchen Revolutionskriege lange behauptete Partheyloſigkeit, konnte dieſen Staat dennoch nicht vor
gewaltſamen Erſchuͤtterungen ſichern. Denn Bona⸗ parte, der Beſieger und Umwandler Italiens, nahm
einen waͤhrend ſeines Vordringens nach Oeſtreich(1707)
gemachten, wahrſcheinlich durch das uͤble Betragen
der Franzoſen verurſachten, Aufſtand im Venetiani⸗ ſchen, zum Vorwande, Venedig zu beſetzen, die alte Verfaſſung abzuſchaffen und eine demokratiſche einzu⸗ fuͤhren. Der auf dieſe Art neugebildete Staat hatte
indeß keinen langen Beſtand; denn im Frieden zu
Campo Formio wurde er ganz aufgeloͤßt, und gelangte


