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Abriß der Länder- und Staatenkunde, besonders von Deutschland : mit beständiger Hinsicht auf die neuesten Veränderungen und kurzen historischen Notizen / bearbeitet von Johann Heinrich Müller, Lehrer an der Realschule zu Hattinger, in der Grafschaft Mark
Entstehung
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hunderts nahm der Staat eine demokratiſche Regie:

rungsform an; allein etwas uͤber 100 Jahr nachher wußte ſich der Adel die hoͤchſte Gewalt zu verſchaffen,

und dem Volke ſeine bisherigen Nechte zu entreißen. Mittlerweile hatte ſich, vorzuͤglich waͤhrend der Kreuz⸗ zuͤge, die Handlung und Macht der Venetianer un⸗ gemein ausgebreitet; ſie erwarben ſich nicht allein auf dem feſten Lande von Italien wichtige Beſitzungen, ſondern machten auch Eroberungen in Iſtrien und Dalmatien; fuͤhrten mit den auf ihre Groͤße eifer⸗ ſuͤchtigen Genueſern gluͤckliche Kriege u. ſ. w. Aber

durch die Entdeckung eines bis dahin unbekannten

Weges nach Oſtindien, um die ſuͤdliche Spitze von

Afrika herum, und die beynahe zu gleicher Zeit ge⸗ machte Entdeckung von Amerika, erlitt ihr Handel den

empfindlichſten Stoß; und ſeit dem ſechzehnten Jahr⸗ hundert ſank ihre Macht immer mehr. Die in dem franzoͤſiſchen Revolutionskriege lange behauptete Partheyloſigkeit, konnte dieſen Staat dennoch nicht vor

gewaltſamen Erſchuͤtterungen ſichern. Denn Bona⸗ parte, der Beſieger und Umwandler Italiens, nahm

einen waͤhrend ſeines Vordringens nach Oeſtreich(1707)

gemachten, wahrſcheinlich durch das uͤble Betragen

der Franzoſen verurſachten, Aufſtand im Venetiani⸗ ſchen, zum Vorwande, Venedig zu beſetzen, die alte Verfaſſung abzuſchaffen und eine demokratiſche einzu⸗ fuͤhren. Der auf dieſe Art neugebildete Staat hatte

indeß keinen langen Beſtand; denn im Frieden zu

Campo Formio wurde er ganz aufgeloͤßt, und gelangte