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Abriß der Länder- und Staatenkunde, besonders von Deutschland : mit beständiger Hinsicht auf die neuesten Veränderungen und kurzen historischen Notizen / bearbeitet von Johann Heinrich Müller, Lehrer an der Realschule zu Hattinger, in der Grafschaft Mark
Entstehung
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Mitte von Europa, ſeiner Begraͤnzung von 3 Meeren, ſeiner anſehnlichen Stroͤme, und ihrer vortheilhaften Richtung nach verſchiedenen Gegenden hin, alle er⸗ wuͤnſchte Bequemlichkeit; und wenn dieſe bis jetzt nicht ſo benutzt wurde, wie es wohl ſeyn koͤnnte; ſo lag die Schuld mehrentheils an manchen Erſchwerniſſen von Seiten der Regierungen; anderntheils an dem, aus der großen Zerſtuͤckelung Deutſchlands herzuleitenden Man⸗ gel an Gemeingeiſt. 3 6) Einwohner. Zwey Haupkvoͤlker bewohnen Deutſchland: 1) die eigentlichen Deutſchen oder Ger⸗ manen; deren Wohnpläͤtze die Laͤnder der Unterelbe, nebſt den noͤrdlichen und ſuͤdlichen Gegenden des deut⸗ ſchen Reichs ſind. 2) Die Slaven und Wenden, welche deſſen Provinzen nord⸗ und oſtwaͤrts der Elbe, ſo wie eine Strecke nord⸗ und oſtwaͤrts der Mulde und ſuͤdoͤſt⸗ lich herab, bewohnen. Außerdem finden ſich als einge⸗ wanderte Fremde: Franzoſen(haͤufig), Englaͤnder, Ita⸗ liener, Griechen, Juden und Zigeuner. Ueberhaupt hatte Deutſchland vor dem Luͤneviller Frieden(das preußiſche Schleſien nicht mit einbegriffen) nach wahr⸗ ſcheinlichen Berechnungen eine Volkszahl von mehr als 28 Millionen, wovon durch den Verluſt des linken Rheinufers 3,600,000 abgehen, ſo daß man gegenwaͤr⸗ tig noch etwa 25 Millionen Einwohner rechnen kann. Der Deutſche iſt uͤberhaupt(ſo merklich auch im Einzel⸗ nen nach Verſchiedenheit der Provinzen, Religion und anderer Ruͤckſichten ein moraliſcher und phyſiſcher Un⸗ terſchied ſtatt findet) kraftvoll, von ernſter und bedacht⸗