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in ihre Heimath zurück. Mittlerweile waren die Einwohner faſt einzig mit Abſchiednehmen von den Fortreiſenden, oder mit dem Ankauf ihres Hausge⸗ räthes beſchäftigt.
Sobald die Unruhe ſich etwas gelegt hatte, ließ die Geiſtlichkeit ſich ſehr angelegen ſein, unter den Einwohnern den alten religiöſen Glauben, der durch den langen Verkehr mit Ausländern etwas erſchüttert worden war, wieder herzuſtellen. Es wurden Proceſſionen und Feſte veranſtaltet, Wunder verkündigt, Ablaß ertheilt und andere Mittel angewandt, um die Gedanken des Volks auf die Kirche zu lenken, und ſeine Anhänglichkeit an derſelben auf's neue zu befeſtigen. Schon im Juli hatten einige dahin führende Vor⸗ bereitungen Statt gefunden. So wurde z. B. in der Hauptkirche, zur öffent⸗ lichen Schau und Erbauung, ein Chriſtuskopf aufgeſtellt, der, wie man vor⸗ gab, unter der Erde gefunden worden, und eine uralte, treue Abbildung des
Originals ſei. Er ſah jedoch ganz neu, und wie von Wachs verfertigt aus;
das Geſicht war mit Blut bedeckt, das von den durch die Dornenkrone ver⸗ letzten Stellen herab zu träufeln ſchien. Wer beim Anblick dieſer Reliquie Thränen vergoß, und eine in Kupfer geſtochene Nachbildung derſelben kaufte, erhielt Ablaß auf vierzig Tage. Ein ſolcher Kupferſtich befindet ſich noch in meinen Händen. 3
Gegen das Ende Novembers hörte man fortwährend von Räubereien, welche die Algierer, die ſeit der ſtarken Verminderung der engliſchen Kriegs⸗ ſchiffe wieder freies Spiel auf dem Mittelmeere bekommen hatten, an allen chriſtlichen Nationen verübten. Bald lief auch an meinen Schwiegervater die Nachricht ein, daß zwei von ihm nach Cagliari befrachtete Fahrzeuge genommen waren— ein Verluſt, der die größte Zerrüttung in ſeinen Geſchäften und Verhältniſſen zur Folge hatte.
Dies und der Umſtand, daß meine Sehnſucht nach dem Vaterlande durch die vielen in ihre Heimath zurückkehrenden Ausländer mehr als jemals rege geworden war, machte, daß ich nun Anſtalt traf, die Reiſe nach Sachſen an⸗ zutreten.——.
Ich entſchloß mich, meinen Weg über Trieſt zu nehmen. Da es aber
an Gelegenheit dahin überzufahren fehlte, ſo ſah ich mich genöthigt, zunächſt
nach Malta zu gehen, das einen ſtarken Verkehr mit jenem Hafen hatte. Am 12. December beſtieg ich mit meiner Frau, nach einem Abſchiede von Vater, Geſchwiſtern und Verwandten, der, wie man leicht denken kann, mit den ſchmerzlichſten Gefühlen verbunden war, ein engliſches Kauffahrteiſchiff, das kurz darauf nach der genannten Inſel abſegelte.


