Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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Vorbericht.

Schon in früher Jugend erwachte bei mir die Neigung, fremde Länder zu bereiſen, um die Merkwürdigkeiten und Eigenthümlichkeiten derſelben kennen zu lernen. Dieſe Neigung wuchs mit den Jahren bis zur Leidenſchaft, und nichts konnte mich abhalten, ſie zu befriedigen. Da ich jedoch die Koſten, die weite Reiſen erfordern, nicht aus eignen Mitteln beſtreiten konnte, ſo mußte ich darauf bedacht ſein, den Erwerb des nöthi⸗ gen Unterhalts damit zu verbinden. Daher kam es, daß ich ſie unter verſchiedenen Geſtalten machte, indem ich dabei die Stelle eines Führers junger Leute, oder eines Supercargo's, Sekretärs, Steuermanns u. m. a. bekleidete. Dies war auch die Urſache, daß ſie nicht immer nach einem feſten, vorher entworfenen Plane, ſondern wie die Gelegenheit ſich dazu darbot, unternommen wurden.

Die erſte meiner Reiſen machte ich im Jahr 1804 mit dem däniſchen Schiffskapitän Fedderſen, deſſen Söhne meinem Unterricht und meiner Leitung anvertraut wurden. Sie ging von Kiel nach Kronſtadt, Liſſabon und Emden. Die zweite Reiſe, auf der ich dieſen Kapitän begleitete, führte uns von Emden nach Archangel, und von da nach Hamburg. Die dritte ſollte nach der däniſchen Inſel St. Thomas unternommen werden. Allein unſer Schiff wurde, als es in der Bai der Inſel Porto Santo vor Anker lag, durch einen Orkan völlig zerſtört, ſo daß wir nichts als das Leben retteten. Zu dieſem Unglück geſellte ſich noch der ungünſtige Um⸗ ſtand, daß wir keine Gelegenheit, unmittelbar nach Europa zurückzukehren, finden konnten, und uns daher genöthigt ſahen, auf einem amerikaniſchen Schiffe nach New⸗York zu gehen und von da unſere Ueberfahrt nach den däniſchen Staaten zu bewerkſtelligen. Sobald Herr Fedderſen ſich mit einem neuen Schiffe verſehen hatte, machte ich mit ihm eine Reiſe nach Bordeaux. Der Krieg, welcher während unſers Aufenthaltes in dieſer Stadt zwiſchen Dänemark und England entſtand, und die Schifffahrt der Dänen unterbrach, veranlaßte mich zur Trennung vom Kapitän Fedder⸗ ſen. Ich übernahm nun die Stelle des Supercargo's auf einem franzöſi⸗ ſchen Kauffahrer. Er ging nach Isle de France, kam glücklich in Frank⸗ reich wieder an, und begab ſich dann nach den Antillen, ward aber bei ſeiner Ankunft von einer engliſchen Flotte genommen. Ich hatte jedoch