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„Ich weiß es nicht.— Es wurden große Feſtlichkei⸗ ten auf dem Schloß vorbereitet!“ antwortete Baſilius mit finſtrer Miene.
„Feſtlichkeiten! In ſolcher Zeit der Gefahr und Noth! Schon wieder Bankete und Gelage!“ lautete der unzufrie⸗ dene Ruf der Bürger durcheinander.
„Nein!“ rief der Rathszimmermeiſter Duſſeck, der bisher ſchweigend am Tiſch geſeſſen hatte,„das iſt frevelhaft und ruft die Rache Gottes hervor! Da hat unſer Pfarrer Herr Lippach wohl Recht, wenn er gegen ſolches Unheil ein ernſtes Wort von der Kanzel herab ſpricht!“
„O, ich kann mir's denken, daß er ſich jetzt gegen Vieles ereifern muß, der redliche muthige Mann“, ſprach Baſilius; „aber er wird ohne Furcht der Menſchen reden, wie er denkt, denn er kennt nur Gottesfurcht.“
„Was hat denn der ehrwürdige Herr dippach geſprochen?“ fragte Frühwein,„ich war Sonntag nicht in der neuen Sanct⸗Salvatorkirche!“
„Er hat von Mancherlei freimüthig geredet, was ein Aergerniß gibt“, antwortete der Zimmermeiſter.„Vorzüglich aber gegen die leichtfertigen Sitten am Hofe.*) Die Frauen gehen faſt mit unbedeckter Bruſt einher. Gleichwie die Töchter Lot's!“
„Ja, es iſt wahr! Selbſt die Königin trägt ſich ſo“, ſprach Diewiß ernſt.
„Das iſt in England und Frankreich ſo Sitte“, bemerkte Kochan.
„Aber nicht in Deutſchland und nicht in Böhmen; Gott ſchütze uns davor!“ antwortete Hans Duſſeck mit empör⸗ tem Ton.
*) Hiſtoriſch


