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„Es iſt mir in der That unbegreiflich, hochwürdigſter Herr, wie Ihr dieſer unermeßlichen Arbeit und Thätigkeit nicht unterliegt“, ſagte er mit dem Ton der Bewunderung, indem er beſcheiden auf einem Seſſel Platz nahm.
„An ſich wäre die Arbeit wol nicht ſo groß“, erwiderte Lamormain,„wenn ſie nur nicht ſo unabläſſig die innerſten Kräfte in Anſpruch nähme!— Auch das Podagra erſchwert ſie mir etwas!“ Er ſtreifte dabei mit der linken Hand den linken Fuß hinab und ſeine Miene verzog ſich ſchmerzlich. „Doch, Dank ſei es dem allmächtigen Gott, wir gewinnen ja Früchte von unſerer harten Arbeit, und das im Schweiß des Angeſichts beſtellte Feld reift zur Ernte heran. Erin⸗ nert Ihr Euch, theurer Bruder, wie Ihr vor Jahr und Tag kleinmüthig waret? Wie Ihr meintet, nie werde ſich die heilige Kirche, werde ſich unſer heiliger Orden von dem ſchweren Schlage erheben? Und nunmehr? Was ſagt Ihr nun?“
„Gottes Gnade hat Wunder an uns gethan; Euer unerſchütterlicher Glaube, hochwürdigſter Vater, hat die Krone errungen!“
„Freilich verzagte ich nie an dem Schutz des Allmäch⸗ tigen für ſeine heilige Kirche, guter Thyßka; allein auch nur weltlich betrachtet, erſchien mir die Gefahr niemals ſo groß als Andern. Schon im verwichenen Jahre ſagte ich Euch: Ihr werdet einen Sommer wo anders wohnen, allein wir werden nach Böhmen zurückkehren. Wo iſt der Glaubensfeind Thurn mit ſeiner Macht? Er muß fechten für den Schutz des eigenen Herdes und Hauptes; aber ich denke, ebenſo vergeblich, als er ſich zu unſerm Verderben gewaffnet hat!“
„Das Blatt wandte ſich allerdings urplötzlich im äußer⸗ ſten Augenblicke der Gefahr“, bemerkte Thyßka, der im


