198
„Sagt mir, um aller Heiligen Willen, woher wißt Ihr das?“ fragte Thurn.„Welche Zauberkünſte treibt Ihr?“
„Laßt das; es iſt mein Geheimniß. Wenn man mit Jeſuiten zu thun hat, muß man ſelbſt ein wenig ihre Künſte treiben“, antwortete Berka mit einem halben, aber bitter ſcharfen Lächeln;„genug, daß Ihr Euch auf die Richtigkeit dieſer Nachrichten verlaſſen dürft, wie auf die über die Schlacht..
Ein Klirren von Sporen und Waffen unterbrach dieſe Worte..
„Die Oberſten, die zum Kriegsrath befehligt ſind!“ meldete eine Ordonnanz.
Harrant, Schafgotſch, Kinski, der alte Roſenberg und andere Offiziere traten ein. Unter ihnen war ein jüngerer.
„Hauptmann Michalowicz!“ rief Thurn erſtaunt, als derſelbe auf ihn zutrat.
Es war der Sohn Bohuslav's von Michalowicz, des Kriegshauptmannes im königingrätzer Kreiſe, eines der dreißig Directoren, eines alten Waffenfreundes Thurn's.
„Willkommen, Wenceslaus“, begrüßte daher Thurn den jungen Kriegsmann mit väterlichem Ton.
„Ich habe“, ſprach derſelbe in dienſtlicher Haltung zu Thurn,„dieſe Depeſchen aus Prag zu übergeben.“
„Nun, du bringſt doch gute Botſchaft?“ fragte Thurn und eröffnete.
„Nein, General“, ſprach der Hauptmann und ſchüttelte den Kopf..
„Noch Schlimmeres als Mansfeld's Unglück?“
„Das Unglück und ſeine Folgen“, war die Antwort.
Thurn durchlas die Depeſchen.


