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ganz mit den Eurigen zuſammentreffen. Sie wiſſen in Wien von Mansfeld's Unglück. Slawata hat einen Boten bekommen.“
„Das kann nur Zaloska geweſen ſein!“ unterbrach kaver.
„Er brachte die Nachricht ſogleich zu König Ferdinand. Der hat ſie unter dem Volk auf den Gaſſen bekannt machen laſſen. Sie ſprachen wie von einer zweiten Schlacht bei Cannä. Sie mögen es übertreiben; allein ſo viel iſt ge⸗ wiß, der Kamm iſt ihnen in der Stadt gewaltig geſchwollen und der Muth gewachſen, ſeit dieſem Nachmittag. Und unbedeutend iſt der Vorfall nicht!“
„Nein, beim Himmel nicht!“ rief Thurn aus.
„Mansfeld iſt zerſprengt, Hohenlohe abgeſchnitten!“ fuhr Berka haſtig fort.
„Er hat's verdient“, rief Thurn entrüſtet.
„Verdient oder nicht; es iſt ſchlimm für uns, ſehr ſchlimm! Denn Boucquoi hat das Eiſen geſchmiedet, da es warm war; er iſt vorgerückt gen Prag, und nach der mäh⸗ riſchen Seite hat er gegen Colon von Fels verſtärkte Corps anrücken laſſen.“
„Sie werden doch Prag decken können, und Fels wird ſich zu vertheidigen wiſſen“, entgegnete Thurn; indeß war er innerlich nicht ganz ohne Zweifel.
„Wir wollen es hoffen“, ſagte Berka;„allein, Thurn, wir dürfen es uns auch nicht bergen, dieſe Bewegungen in unſerm Rücken können uns in große Verlegenheit bringen!“
„Wir müſſen Wien nehmen!“ antwortete Thurn ent⸗ ſchloſſen.„Jetzt iſt die Nothwendigkeit da!“
„Wenn Colon von Fels Mansfeld's Schickſal hätte!“ fuhr Berka bedenklich fort,„ſo könnten ſie uns die Straße


