XIX
die ich nicht gerade aus dem Standpunkte betrachtet hatte, der ſie mir jetzt ſo wichtig machte, meinen wieder⸗ holten Beſuch. Viermal richtete ich in den letzten Jahren ausſchließlich desfalls meinen Weg auf verſchiedene Theile Böhmens, vorzugsweiſe nach Prag, das ich, ſo treu es aus der jetzigen ganz umgeſtalteten Wirklichkeit möglich war, in ſeiner damaligen aufzufaſſen getrachtet habe. In eben dieſem Sinne ſuchte ich andere Punkte auf: das hochberühmte, wundervolle Schloß Karlsſtein, welches eine ſo wichtige Stelle in den geſchichtlichen Ver⸗ hältniſſen meiner Arbeit einnimmt; den romantiſch⸗wilden Fels des Sperlingsſteins, dem ich ſelbſt eine derglei⸗ chen zu geben verſucht habe; Eger, mit ſeinen, auch über den Umfang dieſes erſten Abſchnitts meines Romans hinaus bedeutungsvollen Oertlichkeiten voll geſchichtlicher Erinnerungen.
Das Schlachtfeld von Groß⸗Lasken(Bd. II, Buch 12, Cap. 10 fg.) hätte ich gern aufgeſucht; allein der Weg dahin dürfte wol ein vergeblicher geweſen ſein. Denn einmal muß ſich ſeit über zweihundert Jahren das Terrain ſo verändert haben, daß es in Bezug auf Kriegsvorgänge doch dem von damals ganz un⸗ ähnlich ſieht, indem vielleicht Gehöfte, freies Feld und dergleichen ſich da befinden, wo die gleichzeitigen Schlachtberichte z. B. dichten Wald annehmen. Dann iſt man aber auch über die Oertlichkeit der Schlacht nicht einmal ganz einig, ja, andere Gefechte werden vielleicht mit dieſem verwechſelt. Das Dorf oder der Flecken Groß⸗Lasken(böhmiſch Hlaska), welches mehrere gleich⸗


