ich aufbewahrt?“ Waͤhrend er ſprach, betrachtete er ſeinen Vater, der mit todeskalten, unveraͤnderlich ſtrengen Zuͤgen die Arme in der vollkommenſten Huͤlf⸗ loſigkeit ausgeſtreckt, mehr dem Bilde des Todes auf einem Monumente als einem Weſen glich, deſſen Daſeyn nur aufgeſchoben iſt.„Ward deßwegen mein Leben geſchont; ſagte Albert, indem er mit wilden Gebaͤrden ſeine Haͤnde gen Himmel hob; ward deß⸗ wegen mein Leben geſchont, damit ich ſolch' einen Anblick ſchaue?“„Wir dulden, was der Himmel ſchickt, junger Mann, und muͤſſen es unſer Lebelang tragen, ſo lange der Himmel es fortzuſetzen fuͤr gut findet. Laßt mich hinzu.“ Derſelbe Geiſtliche, wel⸗ cher in Jocolins Huͤtte die Gebete vorgeleſen hatte, trat hervor.„Schafft Waſſer,“ ſagte er,„augenblick⸗ lich,“ und die hülfreiche Hand und der leichte Fuß der Alexis mit der bereitwilligen Zärtlichkeit, die ſich nie in leeren Klagen ergießt, ſo lange noch Hoffnung vorhanden iſt, verſchaffte mit unglaublicher Schnellig⸗ keit Alles, was der Geiſtliche verlangt hatte.
„Es iſt nur eine Ohnmacht,“ ſagte er, als er Sir Henrys Puls fühlte,„eine Ohnmacht die der au⸗ genblickliche unerwartete Schrecken hervorbrachte. Erhebe Dich, Albert, ich verſpreche Dir, es iſt nichts als eine Ohnmacht— ein Becken, meine theuerſte Alexis und ein Band, oder eine Binde— ich muß ihm zur Ader laſſen, auich einige wohlriechende Kräuter, wenn ſie zu haben ſind, meine gute Alexis.“
Aber während Alexis Becken und Binden ver⸗ ſchaffte, den Aermel ihres Vaters auſſtreifte, und je⸗ der Anweiſung des ehrenwerthen Doktors zuvor zu kommen ſchien, hörte ihr Bruder, der noch kein tröſtliches Zeichen ſah, nicht ein einziges Wort, und ſtand da, beide Hände gefaltet und in der Luft er⸗ hoben— wie ein Denkmal ſprachloſer Verzweiflung. Jeder Zug ſeines Antlitzes ſchien den Gedanken aus⸗ zudrücken:„hier liegt der Leichnam meines Vaters, und ich bin es, deſſen Unvorſichtigkeit ihn umbrachte.“
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