Teil eines Werkes 
11. Band, Woodstock oder der Ritter : eine Erzählung aus dem Jahre sechszehn hundert ein und fünfzig : 2. Theil (1826) Woodstock or The Cavalier
Entstehung
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eine belagerte Garniſon, die ſich nicht laͤnger mehr hal⸗ ten kann 4

Bei meiner Ehre, das war maͤnnlich gehandelt, ſagte Wildrake, der mit Aufmerkſamkeit zugehoͤrt hatte. Ich bin Wagehals genug, aber wenn ich eine eiche⸗ ne, zwei Zoll dicke Thuͤre zwiſchen mir und dem boͤſen Feinde haͤtte, ſo wollte ich doch einmal ſehen, wie er es anfinge, um ſie zu durchbrechen. Ich wuͤrde eben ſo leicht, wenn ich mich an Bord befaͤnde, ein Loch in das Schiff bohren, um die Wellen einzulaſſen, denn Du weißt, daß wir den Deufel immer mit der hohen See vergleichen.

Ich bitte Dich, ſey ſtille, ſagte Everard,und laß ihn mit ſeiner Geſchichte fortfahren. Gut, und was ſaheſt Du denn, als Du die Thuͤre oͤffneteſt; ohne Zweifel, den großen Deufel mit ſeinen Hoͤrnern und Klauen, wirſt du mir ſagen?

Nein Herr, ich ſage nur die Wahrheit. Als ich die Thuͤre oͤfnete, ſtand ein Mann da, wie es ſchien, von nicht ungewoͤhnlicher Geſtalt. Er war in einen ſeidenen ſcharlachrothen Mantel gehuͤllt. Zu ſeiner Zeit mochte er ein recht ſchoͤner Mann geweſen ſeyn, aber er hatte eiwas Bleiches und Kummervolles im Geſicht trug eine lange Liebeskette und lange Haare, einen

Edelſtein im Ohrring, eine blaue Schaͤrpe, wie ein

militaͤriſcher Befehlshaber der Royaliſten und einen Hut mit einer weißen Feder und einem ganz eigenen Bande daran. 2

Irgend ein ungluͤcklicher Offizier der Royaliſten, welcher in der Gegend ein Obdach ſucht, erwiederte Everard kurz.

Wahr mein wuͤrdiger Herr ganz richtig bemerkt, aber es war etwas an dieſem Mann, daß ich zum Beiſpiel, ihn nicht ohne zu erzittern anſehen konnte; auch die Musketiere in der Halle verſchlangen die Pa⸗ tronen, die ſie im Munde hatten, um ihre Carabiner und Musketen zu laden, wie ſie es ſelbſt eingeſtehen

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