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zelnen Häuflein, wie ſie zu jedem Wachtfeuer gehörten, ver⸗ theilt und bei den Füßen und Haaren hinweggeſchleift, um der grauſen Opferwuth zu dienen.
Ein tiefer Schmerz tobte in St. Val's Bruſt, als er die tapfern Gefährten, mit denen er in ſo mancher heißen Schlacht den Sieg erfochten, von der wilden Menge zu un⸗ würdiger Schmach, in Qual und Tod hinweggeriſſen ſah. Nicht das ehrwürdige Alter des Greiſes, nicht die kaum er⸗ blühte Jugend fand Mitleid. Der Grimm ſtachelte ſich nur noch mehr daran auf, denn das Alter traf der Vorwurf, ſeine Würde ſchon lange durch Mishandlung der Völker be⸗ fleckt zu haben, die Jugend der, ſchon ſo früh durch das Verbrechen verführt zu ſein.
St. Val wurde zu dem Feuer hingeſchleppt, wo der alte Nunnez lag, denn Malleros hatte hier ſeine Lagerſtätte und ihm, als Führer der Schar, kam der höchſte Gefan⸗ gene zu.
Nunnez's verdroſſenes Geſicht erheiterte ſich, als er das Opfer erblickte. Mit Freuden half er St. Val an einen nahe beim Feuer ſtehenden Baum binden, von wo der Un⸗ glückliche die Zubereitungen zu ſeinen Martern anzuſchauen gezwungen war, wenn er das Auge nicht gewaltſam ſchloß. Man riß ihm die Oberkleider ab und zwaͤngte ihm die nack⸗ ten Arme rückwärts um den Baumſtamm. Ein ſtarkes Baſtſeil wurde ihm feſt über die Bruſt geſchnürt. In die⸗ ſer qualvollen Stellung ließ man ihn und eilte dem Feuer zu, das ihm den ſchrecklichen Tod bereiten ſollte. Es war in dieſem Kriege leider das gewöhnliche Loos der Gefange⸗
nen, die in die rohen Hände einzelner Guerillas geriethen,
daß ſie das Schickſal des heiligen Laurentius, den der Spa⸗
nier als einen ſeiner höchſten Schutzpatrone und den Be⸗
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