Teil eines Werkes 
15. Band = Neue Folge, 3. Band, Erzählungen : 1. Theil (1846)
Entstehung
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Schneider für die beiden Fremden gethan hatte, nicht wie ſie von der Natur begabt waren, d. h. wie ſie rückſicht⸗ lich des Alters, des Wuchſes, der Geſichtszüge erſchienen. Ich will daher ihr Signalement jetzt, da ich ſie müßig betrachten kann, vervollſtändigen. Der Aeltere mochte vier⸗ zig, der Jüngere fünfunddreißig Jahre zählen; der Erſtere hatte ſchwarzes, der Andere braunes Haar, Beide ſanftgebo⸗ gene Naſen und weiße Zähne(wie alle Engländer); den⸗ noch ſahen ſie einander nicht ähnlich, wiewohl ſie auch von gleichem Wuchſe waren. Im Ganzen bot ihre Phyſiog⸗ nomie und ihr Uebriges nichts Auffallendes dar, ſondern ſie ſahen nur aus wie anſtändige, gebildete Leute, obwol ein Zug der Schlauheit nicht zu verkennen war. Sie mochten auch wol nicht gerade in der Stube groß gewor⸗ den ſein, denn ein bewegtes, angeſtrengtes Leben ließ ſich aus ihren tiefgefurchten Stirnen der gebräunten Haut und aus einem gewiſſen entſchiedenen Weſen entnehmen. Na⸗ mentlich ſah der Jüngere faſt militairiſch aus. Sie hießen — ja das war ja eben der Teufel! Herr Rascal, der Wirth, und ich glaube auch die meiſten ſeiner Gäſte hät⸗ ten viel darum gegeben, wenn ſie's gewußt hätten. Der Leſer wird daher wol ſo billig ſein, einzuſehen, daß ich's ihm hier nicht umſonſt ſagen kann, zumal da ich's ſelbſt noch nicht weiß. Zwar hielt Herr Nascal ein Fremdenbuch, hauptſächlich ſeiner eigenen Neugier wegen, und Bloom hatte es ihnen auch gleich am Abend der Ankunft vorge⸗ legt; allein ſie hatten ein paar Namenszüge auf das Pa⸗ pier geſetzt, die die geübteſten Leſer nicht nur in Verlegen⸗ heit ſetzten, ſondern ihre Mühe rein vereitelten*). Unter

*) Sollte es nicht gut ſein, wenn man dieſe beiden Herren als Beamte in einem gewiſſen Staate anſtellte, wo es bisweilen Rellſtab, Geſ. Schr. Neue F. III. 3