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des Hügels an und machten, als ſie unſer Dorf vor ſich ausgebreitet liegen ſahen:„Halt!“ So rief nämlich der Vorangehende und berechtigt mich dadurch zu dem Schluß, daß der Nachfolgende, der ſogleich gehorchte, ihm unterge⸗ ben war, oder wenigſtens eine Stufe abwärts von ihm im Range ſtand.„Hier wollen wir Anker werfen, Thoms,“ ſetzte er hinzu, woraus ich abermals ſchließe, daß er ein Seemann, oder wenigſtens viel zur See gefahren war; doch das iſt bei einem Engländer ja nichts Abſonderliches. Der Andere dagegen ſchien nach ſeinem Begriff vom Anker⸗ werfen kein großer Seeheld zu ſein, denn er warf nichts aus, oder beſſer ab, als eine Reiſetaſche, die er wie eine Jagdtaſche an der Seite trug, und ſich ſelbſt, nämlich auf die Raſenbank. Der Erſtere ſprach weiter nichts; ſtützte ſich im Rücken auf ſeinen dornigen Stock und ſchaute ſo in die Gegend zu ſeinen Füßen hinab. Er ſchien ſie mit einem wärmeren Antheil zu betrachten, als der gewöhnlichen Auf⸗ merkſamkeit, die ein Reiſender dem Ueberblick einer an⸗ muthigen Landſchaft widmet. Denn auf den Stock gelehnt ſtand er unbeweglich, ſah in das Dorf hinein, wurde ern⸗ ſter und ernſter und wiſchte ſich endlich mit der Hand eine Thräne aus den Augen, von der ich nicht behaupten möchte, daß der ſchon matte Strahl der ſinkenden Sonne ſie ihm entlockt hätte.„Thoms!“ rief er endlich.— Patron— antwortete dieſer.„Siehſt Du das Dorf da unten?“— Was werd' ich nicht. Man braucht gerade nicht in den Maſtkorb zu klettern, um ſo weit zu ſehen. Mir däucht, wer nicht heiſer iſt, könnte die Leute in dem erſten Hauſe da unten ohne Sprachrohr anrufen. Jetzt merk' ich's. Der Kerl iſt auch ein Seemann, etwa ein Bootsmann, Steuermann oder dergleichen. Der Andere könnte leicht Capitain ſein. 8


