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Dreizehntes Capitel.
Am nächſten Morgen ſchon wußte man, daß der Dey die Stadt übergeben habe. Um Mittag erwartete man das Einrücken der Franzoſen. Der alte Baruch war es, wel⸗ cher dieſe Nachricht brachte und ſich dabei dem Schutz ſeiner Gäſte dringend empfahl.
„Ihr werdet deſſen nicht bedürfen,“ ſprach der Oberſt; „die Völker Europas verfahren mit beſiegten Feinden nie⸗ mals barbariſch. Im Gegentheil, Euer Loos wird ſich ver⸗ beſſern, denn hier, wo bis jetzt Willkür und Grauſamkeit herrſchten, wird von nun an das Geſetz walten und Ge⸗ rechtigkeit geübt werden. Geht getroſt hinab in Euer Ge⸗ wölbe. Niemand wird Euch das Eurige rauben. Sollten wir auch nicht mehr in Eurem Hauſe ſein, wenn die Fran⸗ ken einrücken, ſo werde ich doch Euer Wohlwollen gegen uns zu rühmen wiſſen und Ihr ſollt nicht unbelohnt für Euern Dienſt bleiben.“
Der Jude verbeugte ſich mit unterwürfiger Demuth und verließ ſeine Gäſte mit zufriedenem Geſicht.
„Wollt Ihr, mein Oberſt,“ ſragte Giacomo,„dieſen ſichern Aufenthalt verlaſſen, bevor die franzöſiſchen Truppen
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