Elftes Capitel.
Elfride ſah Klaus kommen. Sie war allein im Zim⸗ mer und ſie pries dies als ein Glück.
Dieſe erſte Begegnung mußte ihre Zukunft entſcheiden. In tiefer, innerer Bewegung und dennoch mit äußerer Ruhe trat ſie ihm entgegen, als er über die Schwelle ſchritt, die er ſo lange gemieden hatte. Der junge Mann faßte beide Hände des Mädchens und ſprach:
„Elfride, wenn der Menſch ſeine Sünde einſieht, wenn er ſich Buße und eine harte Strafe auferlegt hat, ſo iſt er doch ſicher der Abſolution würdig.“
Ihr Blick antwortete ihm und er zog ſie freudebebend an ſeine Bruſt. Ihr Bund war geſchloſſen und in dem Momente des überwältigenden Glückes vergaß Klaus die Veranlaſſung zu dem Beſuche. Erſt der Eintritt des Ober⸗ amtmannes riß ſie aus der ſüßen und anmuthigen Plau⸗ derei der Liebe empor. Sie ſtellten ſich ihm als Braut⸗ paar vor und empfingen ſeinen freudigſten Segen.
Dann aber wachte die Sorge um den ſogenannten „Vetter Max“ in Klaus Bruſt wieder auf, und er fragte
haſtig und beklommen nach ihm. 13*


