Teil eines Werkes 
1. Band (1867)
Entstehung
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Dann ändere ich meine Anſicht und erkläre es auch für ein Wunderwerk der Schöpfung, rief der Legationsrath von Boſedow mit erkünſtelter Efſtaſe.

Dieſer Meinungswechſel wird den Bergen, Thälern, Felſenklüften und Quellen ſehr gleichgültig ſein, ſprach Graf Askan lächelnd.Ich traue Ihnen nicht viel Gefühl zu, Legationsrath, allein ob Sie dennoch nicht zu der Einſicht einer Gottesgüte kämen, wenn Sie an jener Waldecke, die wir eben paſſirten, das Städt⸗ chen aufſuchten, das in paradieſiſcher Ruhe auf dem Plateau des Berges liegt; wenn Sie von dort links bergab ſtiegen bis ins Thal hinab, welches, auf drei Seiten von ſechs Bergkuppen eingehegt und von Quellen durchrieſelt, ein wahres Paradies iſt; ob Sie nicht an der Felſenſchlucht, die wie eine Thorwölbung den Eingang zum Thale beſchränkt, ſtehen bleiben und unter dem Eindrucke der Ueberraſchung unwillkürlich die Hände falten würden, das iſt doch fraglich.

Um Ihre Vorausſetzung von wenigem Gefühl zu entkräften, würde ich allerdings dergleichen thun, Graf Askan, ſpöttelte der Legationsrath,aber mein Be⸗ fremden über Ihre Vorliebe für Naturſchönheiten will ich Ihnen doch auch nicht vorenthalten. Ich dächte, ein junger Cavalier, der ſeit neun Jahren ſich fort⸗ geſetzt und ausſchließlich in der Atmoſphäre eines ſtreng