Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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drücken, und dennoch ließ ſich der junge Mann in der Verwirrung zu einigen Einwendungen herab. Char⸗ lotte antwortete aber nichts mehr. Was ſich in ihr regte, gehörte dem Mitleiden an, aber dies war nicht ſo ſtark, daß es ſie zu einer Abänderung ihrer Ent⸗ ſchließungen verleiten konnte. Noch einige Minuten verfloſſen unter peinlichem Hin⸗ und Herreden, die ſich bis zu Vorwürfen von Seiten Benno's ſteigerten, dann befahl der Amtmann den Fußſack in den Wagen zu legen, zog ſeinem verblüfften Erſchwiegerſohne den Pa⸗ letot an, brachte ihm ſeinen Hut und führte ihn mit eigener hoher Hand hinaus bis an den Wagen.

Glückliche Reiſe! ſagte er kalt und höflich, als er dem jungen Herrn hineingeholfen und den Wagen⸗ ſchlag mit Vehemenz zugeworfen hatte.

Die Pferde zogen an, und in wenigen Secunden war der Wagen ſammt ſeinem Inſaſſen den Blicken der Nachſchauenden entſchwunden.

Mit Thränen im Auge wandte ſich Charlotte zu ihrem Vater, als dieſer wieder ins Zimmer trat, und umſchlang ſeinen Hals. Er blickte ihr ernſt in's Geſicht. Du biſt frei Charlotte Danken wir Gott dafür, ſprach er herzlich.Wir hatten Beide ge⸗ fehlt gottlob, daß wir es früh genug eingeſehen haben!