Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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mer, denn ich verlaſſe Ihr Haus nicht eher, als nach meiner Hochzeit mit Charlotten.

Charlotte wird Sie nie heirathen! rief Bie⸗ nengräber finſter.

Dann habe ich für ewig Quartier hierſelbſt, parodirte Benno ebenſo finſter.

Machen Sie mich nicht wild! rief Bienen⸗ gräber.

Bringen Sie mich nicht auf! rief Benno.

Meine Tochter will Sie nicht heirathen! ſchrie Bienengräber heftiger.

Ich aber will Ihre Tochter heirathen! ſchrie Benno dagegen.

Es entſtand eine Pauſe. Der Amtmann ſah ein, daß er auf dieſe Weiſe nicht zum Ziele kam. Wie aber ſollte er es anfangen? Er ſtellte ſich an's Fenſter und betrachtete ſich die Anſtrengungen, mit denen ein Knecht, ſeinen Anordnungen zu Folge, den Koffer Ben⸗ no's hintenauf ſchnallte.

Benno trat an das andere Fenſter und ſchauete mit derſelben Ruhe auf dies Schauſpiel. Ganz wohl war ihm, bei der ihm bekannten Rückſichtsloſigkeit Bie⸗ nengräber's, nicht zu Muthe, allein er wollte nicht dem erſten Angriff erliegen, und er vertrauete allzu ſtark auf die ſchwache Güte Charlottens und auf die Gunſt der

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