208
gen die Blicke der Verwunderung, womit man ihn in Empfang nahm.
Benno gab ſich die Miene vollſtändiger Unbefan⸗ genheit. Er hatte die Dreiſtigkeit gehabt, den würdi⸗ gen Amtmann durch einige Vorſpiegelungen von„jähr⸗ lichen Renten“ aus den Fonds der Schmidt⸗Welldorf⸗ ſchen Familieneinkünfte über den Verluſt des Majorats zu tröſten, und hatte ihm dabei eröffnet, daß er die betreffenden Briefe über ihre frühere Verabredung„von vierhundert Thaler vierteljährigen Zuſchuſſes“ wohl auf⸗ gehoben habe. Er ließ ſich an dem Morgen des neu⸗ hereinbrechenden Tages herab, eine beſchleunigte Hoch⸗ zeit mit Charlotten als das ſchönſte Ziel ſeiner heißen Wünſche zu bezeichnen, gab ſich alſo ganz den Anſchein, dieſe Verbindung als ein fait accompli zu betrachten, und benahm ſich ſo exemplariſch ungenirt in dem Kreiſe der verdutzt dareinſchauenden Familienmitglieder, daß es Niemand, ſelbſt der ehrſame Herr Amtmann nicht, wagte, bedeutende Einwendungen zu erheben.
Der Amtmann Bienengräber trank aber ſeinen Kaffee haſtiger als ſonſt, und befahl einem Knechte, „das Pferd zu ſatteln.“)
Eine Pupurgluth ſchlug über Charlottens Geſicht bei dieſem Anzeichen eines unſchuldigen Spazierrittes,


