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Sie ging vergnügt, als wäre ihr eine Gnade vom Himmel gewährt und ihre romantiſche Geſchmacks⸗ richtung war die Stufenleiter zu den allerglücklichſten Luft⸗ ſchlöſern, die jemals auf Erden gebaut ſind.
Konſtanze gab Befehl: Madame Hirſch Meier nie wieder vorzulaſſen, um ſich die Pein der Erinne⸗ rung an eine Epiſode ihres einſamen Lebens zu erſparen, die ihr Gemüth zu verfinſtern drohete.
Allein dieſer Befehl war ganz unnöthig. Madame
kam nicht wieder.
Getragen von einem,„edlen Gedanken,“ von einem„noblen, großartigen Gedanken,“ von einem „ſehr ausgezeichnet ſüperben Gedanken“ war ſie in das Haus ihres Gatten zurückgekehrt, hatte ihn aber „nicht“ zum Vertrauten ihrer erhabenen Ideen ge⸗ macht, ſondern ganz in aller Stille Vorbereitungen zu einem großen Werke getroffen.
Im Verkaufslokale wunderte man ſich, von dieſem Tage an, über den Eifer der Principalin, während der Abweſenheit ihres Mannes, alle koſtbaren Stoffe kritiſirend zu beſchauen und Alles das, was im brillan⸗ teſten Farbenglanz ſtrahlte, ohne Rückſicht auf den gleichen Geſchmack der möglichen Käuferinnen, für ſich zu acquiriren.
„Was hat ſie vor?“— flüſterten die Jünglinge


