„Du biſt alſo beleidigt von Jemand, Lyſanna?“ fragte ſie haſtig und dem jungen Manne einen Wink gebend, der ihm gebot ſich zu entfernen.„Wer hat Dir unedle Abſichten untergelegt? Wer hat Dich von dummen Vor⸗ ausſetzungen in Kenntniß geſetzt? Wer hat Dir ganz un⸗ nöthig Aufklärungen über Wünſche gegeben, die erſt noch im Schooße der Zeit reifen mußten? Sprich, liebe Ly⸗ ſanna, damit ich den Urheber des ganzen Unglückes zur Rechenſchaft ziehen kann! Ich muß wiſſen, wer es ſich erlaubt hat, Dich mit dergleichen Andeutungen zu kränken!“
Lyſanna blieb ſtehen. Ein Lächeln, etwas ſpöttiſch, aber dennoch gutmüthig, flog um ihre Lippen.
„Dein Herr Gemahl iſt der Verräther deſſen ge⸗ weſen, was noch nicht an's Tageslicht treten durfte, weil es erſt im Dunkeln reifen mußte.“
„Warren ſelbſt— Warren!“ rief Roſſian.„Verdammt! das ſoll er büßen!“
Er verſchwand. Frau Emma fa ltete ihre Hände zu— ſammen und ſah ihm erſchrocken nach. Kannte ſie ihn genugſam, um für das Glück ihres Mannes, den ſie herzlich lieb hatte, fürchten zu müſſen?
„O Lyſanna,“ flüſterte ſie ſcheu und ängſtlich.„Warum haſt Du mir das gethan!“
„Schreibe mir die Folgen nicht t zu, Emmia, erwie⸗ derte das junge Mädchen feſt.„Ich habe Dich dringend


