Teil eines Werkes 
1. Band (1865)
Entstehung
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haben ſtand er in der Beſcheidenheit ſeiner Selbſtde⸗

müthigung da!

In der Stille der Nacht prüfte Giſela nun ſich und ihre letzten Erfahrungen. Was hatte ſie gewonnen? Was hatte ſie verloren? Die letzten Bande, welche ſie mit der Welt verknüpft, waren zerriſſen! Zerfallen mit ſich und mit Allen, die ſie zu achten gemeint hatte, blieb ihr nichts übrig, als wieder in ihre Einſamkeit zurückzufliehen, die ſie, ihren frühern Vorſätzen ungetreu geworden, neu belebt verlaſſen hatte.

Es iſt eine Antwort des Schickſales, die mir aus den letzten Erfahrungen entgegenleuchtet, ſagte ſie, ſich gewaltſam zur ruhigen Beſchaulichkeit zwingend.Es ge⸗ ſchieht mir recht! Mein letzter Reſt von Glaube an Menſchenwerth und Erdenglück iſt gänzlich vernichtet es geſchieht mir ganz recht, denn ich wußte, was ich auf⸗ gab, um mich von Neuem bethören zu laſſen! Der Egoismus regte ſtark die Flügel, als ſie ſich mehr und mehr in ihre Gedanken vertiefte und zu den Fragen überging, was es ſie denn kümmere, wenn die Menſchen durch eigene Thorheit untergingen. Sie wollte zurück in

ihre Einſamkeit, entmuthigt zwar, aber mit lebenskräftigen

Vorſätzen, ſich lieber zu vergraben in ihrem kleinen Aſyle, weder Luft, noch Sonne zu ſuchen, um nur nie wieder in den Kreis von Menſchen gezogen zu werden. Die Nicht.