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wenn er ſich unter ſeines Geſandten Schlafrockszipfel*) ſtecken ſollte. Vigiliren Sie— innerhalb einer Stunde muß er hier vor mir ſtehen; bereiten Sie Alles vor, da⸗ mit die Execution ſofort vor ſich gehen kann, wenn ich den kleinſten Verdacht beſtätigt finde. Iſt der Kerl ge⸗ weſener Soldat, wird er todtgeſchoſſen, iſt er das nicht, aufgeknüpft wie ein Hund!“
„Excellenz, es iſt ein Edelmann aus Preußens be⸗ ſten Familien!“ wendete der Offizier ein.
„Pah, ein Spion iſt kein Edelmann mehr. Fort! Ich gebe Ihnen nicht mehr Zeit, als ſechzig Minuten. Der ſoll den Anfang machen— Tod und Teufel!“
Der Adjutant verließ das Zimmer, und Gertrud betrat es in demſelben Momente, denn ſie hatte beim erſten Erwähnen des Junkers ihren Platz verlaſſen und hatte ſich dicht an die Thür zum Nebenzimmer geſtellt. Sie trat furchtlos vor den Feldmarſchall, obwohl er ei⸗ 1 nigermaßen wüthend war, und ſagte laut und deutlich:
„Excellenz, Sie werden den ſogenannten ſchönen Preußen weder todtſchießen, noch aufknüpfen laſſen, denn er befindet ſich weder als Spion, noch ſonſt aus politi⸗ ſchen Rückſichten hier in Dresden!“
*) Selbſt Verbrecher entgingen augenblicklich der Verfol⸗
gung, wenn ſie in fremdem Lande das Haus ihres heimathlichen Geſandten erreichen konnten.


