gebürdet hatte, bereuet hätte. Es mögen auch Minuten gekommen ſein, wo ſie gewünſcht hat, nicht vom Schickſale zur Pflegerin des armen verwaiſeten Kindes auserſehen zu ſein, aber ihr Benehmen gegen beide Kinder verrieth nichts von dieſen gelegentlichen Stoßſeufzern. Geduldig trug ſie ihre Laſten, heiter zerſtreuete ſie die grämliche Laune der Mutter, unermüdet arbeitete ſie, um für die fremden Kinder Brod zu ſchaffen. Die kleine Baarſchaft, welche ſich in dem Nachlaſſe der verſtorbenen Frau vor⸗ gefunden hatte, war längſt ausgegeben. Von den Kleino⸗ dien, die ſich im Koffer verpackt zeigten, waren viele ſchon veräußert. Was an Kleidungsſtücken da geweſen war, wurde für die Kinder verarbeitet und verwendet.
Die Zeit rückte ſichtlich jeden Tag näher, wo die Noth in dies friedliche Haus einkehren und die letzten Lebenstage der Regiſtratorin verbittern werde.
Aber Johanna verzagte dennoch nicht. Sie hielt den Knaben Cäſar an, ſich durch kleine Gefälligkeiten und Dienſte bei den Leuten beliebt zu machen, um dadurch ſeinen Lebensunterhalt ſelbſt zu verdienen, und ſie ſelbſt arbeitete wie die geringſte Magd, wuſch für die Vorneh⸗ men des ruſſiſchen Heeres, das ganz in der Nähe ſtand,
kochte für eine Anzahl luſtiger Koſakenanführer Mittags⸗ brod, wobei für ihre Mutter immer ein leckerer Biſſen


