Teil eines Werkes 
Die Tochter des Edelmanns : eine Schilderung aus der Wirklichkeit : 3. Band (1864)
Entstehung
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er that, als er in die hohe, dunkle Hausflur ein⸗

trat.

Im Saale, im Salon und im Cabinet war es leer.

Der Bediente meldete dem Werkbeſitzer, daß Magda ſich im erſten Stock befände. Nachdem Sturm die untere Wohnung durchwandert, nahm er ſeinen Weg dorthin.

Ein eigenes behagliches Gefühl beſchlich den mißtrauiſchen und wenig empfindſamen Mann, als er leiſe die Gardinen zurückſchob und Magda allein in dem kleinen Zimmer über ein Buch, in welchem ſie las, gebückt ſitzend fand.

Freilich kam es Sturm vor, als wenn ſeine junge einundzwanzigjährige Frau ſehr bleich aus⸗ ſähe, als wenn ein Schleier von Leiden über ihren Zügen und ein Ausdruck der Müdigkeit über ihrem ganzen Weſen lag. Dieſes waren indeſſen Dinge, welche gar nichts mit ihrem Verhältniß zu ihm zu thun hatten, ſondern nur Magdas eigene Perſon betrafen und alſo von geringem Intereſſe für Sturm waren.,

1 Zum erſten Male, ſeit Sturm und Magda ver⸗ heirathet waren, grüßte er ſie freundlich nach der Rückkehr von einer Reiſe. Dieſes machte auch einen lebhaften Eindruck auf Magda. Auch war ihr Be⸗ nehmen gegen den Mann mehr wahrhaft herzlich.

Sturm blieb oben bei ſeiner Frau und ſprach

von ſeiner Reiſe und verſchiedenam Anderen ganz ver⸗ traulich mit ihr. Er fragte nicht nach Porry, ſon⸗ dern ſchien vergeſſen zu haben, daß dieſer exiſtirte.