Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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Hans auf den Zehen in das Zimmer, um ſich zu überzeugen, daß ſie wirklich lebe.

Er betrachtete mit unverkennbarer Bewegung das ſchöne bleiche Geſicht Ulrikens, neigte ſich dicht dar⸗ über, um auf die regelmäßigen Athemzüge zu lau⸗ ſchen und ſchien nicht übel Luſt zu haben, die zarten Hände, die leicht ineinander gefaltet auf der Decke lagen, mit ſehr zärtlichen Küſſen zu bedecken. End⸗ lich richtete er ſich wieder empor und ſeine Blicke tra⸗ fen auf Rudolph, der mit glückſtrahlendem Lächeln von Ulrike auf das Knäbchen deutete, das, tief in Kiſſen gehüllt und die kleinen Fäuſte trotzig gegen das Geſicht drückend, die erſten Stunden ſeines Da⸗ ſeins verſchlief. Schweigend ſchlichen beide Männer wieder hinaus.

Glückſeliger Menſch! flüſterte Herr Hans und ſah ſeinem Sohne mit voller Vaterzärtlichkeit ins Ge⸗ ſicht.Der Himmel erhalte Dir Dein Glück!

Und wie wird es nun mit Deiner Erzie⸗ hung? fragte Rudolph.

Sie hat geſtiegt, alter Junge, ich bin fortan ihr Sklave!

Vater und Sohn nickten ſich bedeutungsvoll zu. Dem echt weiblichen Gemüthe widerſteht niemand ich wußte das, ſagte der junge Mann dann

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