Erſtes Kapitel.
Trübe Herbſtnebel lagerten auf der weiten Ebene, in deren Mitte das Dorf Zederlehne mit ſeinem Schloſſe und ſeinem Kirchthurme ſonſt meilenweit zu ſehen war. Der Abend dämmerte ſchon herein. Was geſchäftig auf dem Felde geweſen war, zog heimwärts. Der Schäfer mit ſeiner Heerde näherte ſich den Ringmauern des einfachen, aber in ſeiner Alterthüm⸗
lichkeit dennoch impoſanten Schloſſes und zur Ver⸗
wunderung des alten Hirten ſah er zum erſtenmale ſeit fünfundzwanzig Jahren den Schloßherrn Hans
Wilkow von Wilkenow auf Zederlehne nicht im Por⸗
tale erſcheinen, um ſein lebendiges Kapital, das ihn zum reichen Manne erhoben hatte, zu muſtern, wie es ſonſt ſeine Art war.
Das mußte einen ganz beſondern Grund haben!


