Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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Bild an Bild reihte ſich zu ihren Gunſten zu ſprechen.

Nie war ſie dreiſt in die Reihen der Jungfrauen getreten und hatte nie die Huldigung der Männer herausgefordert, und doch war ſie der reizendſten eine geweſen. Nie hatte ſie ſich unter die fröhlichen ge⸗ miſcht, die von Tanz zu Tanz, von Koketterie zu Koketterie geflattert waren im üppigen Jugendtaumel. Wie eine Nonne hatte ſie gelebt in der glänzenden Häuslichkeit ihrer Eltern.

Engen gedachte der ſanften Klagen ſeiner Mutter über ihre Veränderung. Es fiel ihm ein, daß ſein Vater mit Verwunderung davon geſprochen: wie aus einem ſo lebensfrohen und muthwilligen Kinde eine ſo ernſte Jungfrau werden könne?

O, jetzt lag die Urſache enthüllt vor ſeinen Blicken, und er ſagte zu ſich:Gottlob, daß unſere Eltern im ungeſtörten Frieden geblieben ſind!

Was mußte ſie aber, die Unglückliche, ſchmählich Gekränkte, gelitten haben unter dieſen Entſagungen, unter dem Drucke ihres Geheimniſſes, unter der Angſt vor Entdeckung und unter dem Kampfe mit ihrer Liebe zu Schollin, der, das wußte er ja jetzt, das Ideal ihrer Träume geweſen war!

Der Strom des Erbarmens durchfloß ſeine Bruſt

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